TV: 03.08.2005
Helmut Steuer ist Karnevalist mit Leib und Seele – und zwar das ganze Jahr über. Kein Wunder also, dass die Irscher Pappnasen den 42-Jährigen zu ihrem Chef gemacht haben. Als Sitzungspräsident gibt er auch in der Narrhalla den Ton an.
Wenn die Irscher Karneval feiern, strömen meist tausende Gecken von nah und fern in den Ort. Denn eines ist ihnen dort gewiss: Stimmung. Die Kappensitzungen sind stets ausverkauft, und auch der traditionelle Umzug am Fastnachtsdienstag erfreut sich großer Beliebtheit. Unter Kennern der Szene gilt Irsch als eine der Karnevalshochburgen in der Region.
Was macht den Erfolg der Fastnachter aus der Saargemeinde aus? Zwar hat der Karneval in Irsch eine lange Tradition, doch damit überhaupt etwas läuft, werden Leute gebraucht, die die närrische Fünfte Jahreszeit mit Leben erfüllen. In der Karnevalsgesellschaft "Närrisches Saarschiff" gibt es etliche davon. Ihr Chef heißt Helmut Steuer.
Wer den 42-Jährigen kennt, weiß: Der Mann ist für den Job wie geschaffen – und das aus gutem Grund, denn Steuer gehört nicht zu denen, die am Aschermittwoch die Narrenkappe ablegen, um den Rest des Jahres mit einem langen Gesicht herumzulaufen. "Ich habe eine durchweg positive Lebenseinstellung", sagt er. Denn: "Man sollte auch todernsten Dingen, die sich ohnehin nicht ändern lassen, etwas Gutes abgewinnen." Das helfe über manches Tief hinweg. Für den Vater eines Sohnes heißt das: ab und zu ein Witzchen, und die Welt sieht nicht mehr ganz so düster aus. Genau das scheint Steuer zu einem überzeugten Karnevalisten zu machen.
Als Vorsitzender und Sitzungspräsident der KG steigt er auch selbst in die Bütt. Schon seit Jahren zählen seine Vorträge zu den Höhepunkten der Kappensitzungen in Irsch. "Der Karneval", sagt Helmut Steuer, "ist eines der Aushängeschilder unseres Orts."
Außer im Vorstand des "Närrischen Saarschiffs" ist er in einem weiteren Gremium aktiv: im Gemeinderat. Die Arbeit dort sei allerdings nicht immer ganz leicht. "Im Hinblick auf die miserable Finanzlage in den Gemeindekassen muss man bereit sein, auch unkonventionelle Wege zu gehen." Beispielsweise seien tatkräftige Bürger mitunter das einzige Mittel, eine Idee zu realisieren. "Resignation, weil kein Geld da ist, ist fehl am Platz."
Wenn Helmut Steuer nicht gerade in der Bütt steht oder im Gemeinderat sitzt, arbeitet er beim Forstamt Saarburg. Dort ist der diplomierte Forstingenieur als Produktleiter Erholung, Walderlebnis, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing tätig. Vor allem die Arbeit in und mit der Natur, die einem ständigen Wandel unterliege, mache für ihn den besonderen Reiz aus, sagt er. Für den 42-Jährigen gehört auch im Beruf eine gewisse Portion Frohsinn zum Alltag – und das nicht nur am Rosenmontag. Denn: "Mit etwas Humor geht vieles leichter."
helmut.steuer@wald-rlp.de
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