13 Monate lang arbeitete Karl-Josef Thiel danach im Ruhrgebiet unter Tage, später bei einer Heizungsbaufirma in Saarburg. Schließlich übernahm er den landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern. Im Haus befand sich zu dieser Zeit auch die Poststelle. So kam es, dass Thiel zunächst stundenweise, später als Vollzeit-Zusteller in das Geschäft mit Briefen und Paketen einstieg. Dabei ist es bis zum Ruhestand Anfang der 90er-Jahre geblieben.
Was zum Bekanntheitsgrad von "Karl-Jupp", wie viele Irscher den 73-Jährigen schlicht nennen, zusätzlich beitrug, war sein zweites finanzielles Standbein, die Gastwirtschaft "Zur Post", die sich ebenfalls im elterlichen Haus in der Saarburgerstraße befand. Die kleine Kneipe war eine Art Zentrum des Vereinslebens der Gemeinde. "Insgesamt 13 Kegelclubs, die überwiegend aus dem Ort kamen, haben bei uns gespielt." 1989 war damit Schluss, denn die Wirtschaft wurde geschlossen.
Karl-Josef Thiel war auch selbst vereinsmäßig aktiv. Er ist Mitbegründer der Karnevalsgesellschaft "Närrisches Saarschiff" und war jahrelang im Vorstand des Sportvereins. Insgesamt 13 Jahre agierte er als Wehrführer in Irsch.
Vor allem aber die Zeit als Briefträger hat sein Leben geprägt. Er habe viele Leute alt werden sehen – einige davon in Ruhe und Frieden. "Andere haben ihren Lebensabend verbittert und unzufrieden mit sich selbst verbracht. So wollte ich nicht enden."
Wohl nicht zuletzt deshalb suchte er sich ein Hobby, in dem er heute seine Erfüllung findet: das Arbeiten mit Holz. Vor Jahren baute er einen Teil seines Heimatdorfs bis ins kleinste Detail als Modell nach. Eine Vorlage hatte er nicht – außer das Bild in seinem Kopf. Dort ist allerdings nicht nur Platz für Irsch. Die halbe Welt hat "Karl-Jupp" schon gesehen. Ziele seiner Reisen waren unter anderem China, die USA, die Türkei, und auch auf dem Petersplatz in Rom hat er schon gestanden. Zu Hause ist er aber in Irsch, seiner Heimat, die er bis in den letzten Winkel kennt.
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