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Ewald Meyer - Chronist mit Sinn für schöne Dinge
TV: 02.08.2005
Ewald Meyer liebt seine Heimat, die Saargemeinde Irsch – und er kennt ihre Geschichte, denn er hat sie zu Papier gebracht. Zu den Schriften des 74-Jährigen zählt jedoch nicht nur die Ortschronik.
Ewald Meyer hat den Überblick. Steht er auf der Terrasse seines Hauses in Irsch, hat er einen Großteil des Orts vor Augen. "Besonders schätze ich die langen Sonnenuntergänge, die man von hier aus beobachten kann", sagt er. Es scheint so, als habe der 74-Jährige einen Sinn für schöne Dinge – auch bei seinen literarischen Vorlieben. "Ich bin ein begeisterter Fan von Ernst Thrasolt", betont er. Das scheint kaum verwunderlich, denn wie Ewald Meyer stammt der bereits verstorbene Mundartdichter und Priester Thrasolt aus Beurig. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Verfasser zahlreicher Gedichte, Balladen und Legenden allerdings ein wenig in Vergessenheit geraten.
"Anlässlich der Feier seines 100. Geburtstags hörte ich eine Mundartlesung mit einigen seiner Werke", berichtet Meyer. "Von da an hat mich Thrasolt nicht mehr losgelassen."
Schon bald habe er den Entschluss gefasst, den Dichter vor dem Verschwinden im Dunkel der Geschichte zu bewahren. Das Resultat: Im Jahr 2000 brachte Ewald Meyer drei kleine Bücher mit Werken Ernst Thrasolts heraus. Inzwischen hat er auch schon mehrere Lesungen abgehalten.
Offenkundig hatte der 74-Jährige Irscher Gefallen daran gefunden, sich mit der Sprache, insbesondere in ihrer schriftlichen Form, intensiv zu beschäftigen. Denn bereits zwei Jahre später erschien ein neues, allerdings wesentlich dickeres Buch, auf dessen Umschlag der Name Ewald Meyer zu lesen war: die Ortschronik von Irsch. Wie es dazu kam? "Eher zufällig", gesteht der Autor. Denn: "Irgendwann habe ich mich nach den historischen Hintergründen der Irscher Flurnamen gefragt."
Die Suche nach der Herkunft von Bezeichnungen wie "In der Acht", "Feuerstatt" oder "Scheiterwald" habe schließlich seine Neugier auf die Geschichte des Ortes geweckt. Nach und nach sei die Chronik entstanden, die inzwischen nicht nur in gedruckter Form zu haben ist.
Auch auf der Internetseite der Gemeinde Irsch, die übrigens Meyers Sohn Arno entwickelt hat, kann man sie lesen.
Das jüngste "Kind" aus der Feder Ewald Meyers ist das im vergangenen Jahr erschienene "Beuriger Lese- und Bilderbuch".
Ein Großteil der Texte stammt von dem Mann aus Irsch. Dessen Interesse für die Geschichte und das Schreiben kommt allerdings nicht von ungefähr. Insgesamt 42 Jahre lang arbeitete er als Lehrer – zuletzt als Konrektor an der Hauptschule in Saarburg – bevor er sich 1993 in den Ruhestand verabschiedete.
Seit 1971 wohnt er zusammen mit Gattin Helena auf dem Scharfenberg in Irsch. "Hier", so betont er, "fühlen wir uns sehr wohl."
Ein Grund sei, dass in dem Dorf der Gemeinsinn lebendig sei. "Vor allem die Bereitschaft vieler Bürger zu ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lobenswert." Gemessen daran betrachte er seine Aufarbeitung der Heimatgeschichte als eher bescheidenen Beitrag.
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