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Erkundung
eines Stollens in Irsch
Wohl kaum ein Irscher würde Eisenerzabbau mit
Irsch in Verbindung bringen und es gibt eigentlich auch
keine Hinweise auf Eisenerz und Eisenerzverhüttung
in und um Irsch.
Doch einige Irscher berichteten von Eisenerzstollen,
die dann im 2. Weltkrieg einigen Irschern Unterschlupf
boten.
Unweit des Dorfrandes gibt es aber einen unscheinbaren und sehr engen Eingang in ein unerwartet weitläufiges Höhlensystem.

Dieser Eingang ist sicherlich nicht der Haupteingang,
da er sich zum Abtransport von Erz nicht eignet. Ein
weiterer enger Einstieg konnte während der Erkundungen
freigelegt werden.
Vor dem eigentlichen Höhleneingang gibt es ein
kleines Plateau, das offensichtlich mit dem Abraum der
Grube aufgeschüttet wurde.
Leider gab es keine Informationen in welchem Zeitraum
hier Eisenerz abgebaut wurde und in welcher Größenordnung
hier Eisenerz gefördert wurde.
Einen kleinen Anhaltspunkt zum Thema Bergbau in Irsch liefert der Ergänzungsband zum Familienbuch Irsch. Hier finden sich einige Einträge zum Todestag mit der Ergänzung "in monte" (im Berg). Diese Todesfälle liegen zwischen 1779 und 1784 und könnten ein Hinweis auf den Eisenerzabbau in Irsch sein. Das eigentliche Familienbuch führt diesen Zusatz zur Todesursache leider nicht. Offensichtlich sind aber doch einige Irscher in diesem Bergwerk tödlich verunglückt, was auch ein Beleg für die Not und die Arbeitsbedingungen dieser Zeit ist.
Außerdem ist bekannt, dass der keltische Eisenerzabbau im banachbarten Kammerforst zur Mitte des 18. Jahrhunderts für kurze Zeit wiederbelebt wurde. Einzelheiten sind aber auch hier nicht bekannt.
Interessant
ist auch die Frage, wo und wie dieses Erz verhüttet
wurde und wie viele Menschen direkt und indirekt vom
Eisenerzabbau abhängig waren. Dass es heute ansonsten
keinerlei Spuren gibt, ist aber sehr erstaunlich.
An
einigen Stellen treten auch ganz gehäuft Bohrlöcher
auf. Dabei ist nicht ersichtlich, ob diese Bohrungen
der Ortung weiterer Adern diente, oder ob man hier weitere
Stollengänge plante.
Der Mineralogisch-,
Geologische Arbeitskreis Saar e.V. zeigte sich überrascht
von der Vermutung, dass in Irsch Eisenerz abgebaut wurde.
Nach Angaben dieses Vereins finden sich nur in dem Buch
"Erz und Eisen im Hochwald" von Walter Petto
Hinweise auf Eisenerzabbau in unserer Region. In dem
Buch wird erwähnt, dass Hauzeur 1724 vom Kurfürst
Franz Georg u. a. für das Amt Saarburg die Berechtigung
für die Förderung von Erzen aller Art erteilt
bekam. (Hauzeur betrieb einige Gruben im Saarland und
Umgebung, z.B. in Düppenweiler).
Bei einer Begehung es Stollens durch Dr. Thomas Straub
vom Mineralogisch-, Geologischem Arbeitskreis Saar e.V.
wurden auch Gesteinsproben entnommen und die Bohrlöcher
vermessen.
Außerdem
wurde ein Inventarblatt zum Eisenerzabbau in Irsch erstellt
(
Inventarblatt
zum Eisenerzabbau in Irsch)
Schmelzen gab es einige: Eine Eisenhütte gab es
im Röderbachtal bei Drohnecken. Vielleicht wurde
die Eisenerze aber auch von der Familie Gottbill verhüttet,
die eine Schmelze in Nunkirchen und später auch
in anderen Orten betrieben.
Dies sind bislang aber reine Vermutungen.
Das Alter der Grube kann man vielleicht an den bergbaulichen
Spuren abschätzen. So geben Art und Durchmesser
der Bohrpfeifen sowie Behauspuren einen Hinweis auf
das Alter. Hier gibt es aber noch keine weiteren Erkenntnisse.
Offensichtlich gab es in dem Stollensystem erzhaltige
Adern die ganz gezielt abgebaut wurden.
Diese auffallend dunkleren Schichten bestehen vermutlich
aus Hämatit (Fe2O3). Das
umgebende Gestein hat eher eine rötliche Farbe.
 Das
dunklere Gestein der Ader ist relativ brüchig und
lässt sich einfach auslösen.
Die Enge in den Stollen vermittelt aber einen Eindruck
von der Härte der Arbeit, die die Menschen dort
verrichtet haben. Eine drückende Luft und die Feuchtigkeit
im Inneren lässt sich nur bedingt in Bilder fassen.
Dieser Bericht schildert nur Eindrücke und Mutmaßungen,
stellt keine fundierte Dokumentation über die Geschichte
des Eisenerzabbaus in Irsch dar.
Viele Fragen bleiben offen und vielleicht trägt
diese Seite dazu bei, Licht ins Dunkel über eine
fast vergessene Geschichte in Irsch zu bringen. Jeder,
der Informationen zu diesem Thema hat, kann diese gerne
schicken, oder aber auch das Thema im Online-Forum
diskutieren.
-->> Weitere Bilder
gibt es unter diesem Link -->>
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