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Das Tressel- oder Schulkreuz

Hier stand ursprünglich das Tressel- bzw. Schulkreuz
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Das Tressel- oder Schulkreuz
Ein Kreuz vor dem Dorf am Weg nach Ockfen, (unterhalb des "Kreuzberg") diesseits der neu gefaßten
Quelle, aus weißem Sandstein mit längerer lateinischer Inschrift, mit dem Namen Tressel und der Jahreszahl 1781, in dessen Nähe ihm gegenüber in der Westwallarbeiterzeit ein großes Arbeitslager stand. Es wäre möglich, daß das Kreuz in dieser Zeit dem starken Lastwagenverkehr zum Opfer gefallen ist. Bis in die letzten Jahre zogen zahlreiche Beter zu diesem Kreuz, oft in großer Zahl, um dort den "Neunten" zu halten. Es war ergreifend , wenn das laute Gebet abends zu später Stunde dort hinein in die Nacht hallte.
Pater Markus ergänzt diese Eintragungen des Pastors Boden:
Das Kreuz war etwa 1,50 m hoch. Im oberen Teil war unter einem barock gewölbten auf die Querbalken herabhängendem Dach das Bild des Gekreuzigten aus Stein gemeißelt. Im unteren Teil des Kreuzstammes befand sich ein kleines Bild der Muttergottes von den sieben Schmerzen.
Auf dem Sockel war eine längere Inschrift in lateinischer Sprache zu lesen (teilweise unleserlich):
Crux erecta Jesui Patienti a Christophero Thressel et Maria Elisabetha conjugibus solis in Irsch - Stat oblata septem doloribus onera munera de Mariae Virginis voto 1781.
Danach war das Kreuz 1781 von den kinderlosen Eheleuten Tressel (Christoph Tressel war in jener Zeit Schulmeister und Küster in Irsch) errichtet zu Ehren des bitteren Leidens Jesu. Verbunden war damit eine Stiftung zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes.
Christoph Tressel war Lehrer, Küster und Gründer des Kirchenchores in Irsch. Die Kinderlosigkeit ihrer Ehe war für die Tressels ein schweres Leid, denn sie ließen ihre Gebete zur schmerzhaften Muttergottes zweimal in Stein meißeln, in der "Regina Martyrum" und der Muttergottes von den 7 Schmerzen. Die Errichtung des Tresselkreuzes beruht vermutlich auf diesem Anliegen. Der Eintrag "conjugibus solis" bekräftigt diese These. Das Votivkreuz des Ehepaares Tressel wurde bald eine Gebetsstätte in allen Angelegenheiten der Not.
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So sah vermutlich das alte Tresselkreuz aus (Quelle: Pfarrchronik)
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Neue Erkenntnisse über das Tresselkreuz

(Ewald Meyer, 9. Dezember 2009)
Johann Boden, von 1928 bis 1946 Pfarrer in Irsch, schreibt in seiner Pfarrchronik über das Tresselkreuz: "Ein uraltes Kreuz stand am Ockfener Weg mit der Jahreszahl 1781, errichtet von Christoph Tressel, unweit diesseits der in der Kriegszeit neugefassten Quelle, in der Westwallarbeiterzeit wahrscheinlich umgefahren, die Stücke fehlen zum Teil."

Pater Markus Laser, von 1967 bis 1990 Pfarrer in Irsch, schreibt in seinem "Beitrag zur Heimatkunde" 1979:
"Das Kreuz war aus rotem Sandstein, etwa 1,50 m hoch. Im oberen Teil war unter einem barock gewölbten, auf die Querbalken herabhängendem Dach das Bild des Gekreuzigten aus dem Stein gemeißelt. Im unteren Teil des Kreuzesstammes befand sich ein kleines Bild der Muttergottes von den 7 Schmerzen. Auf dem Sockel des Kreuzes war eine längere Inschrift in lateinischer Sprache zu lesen (teilweise fast unleserlich geworden), die besagt: `Crux erecta Jesui Patienti a Christophero Tressel et Maria Elisabetha (conjugibus) solis in Irsch = Stat ob-latas septem doloribus onera (munera) de Mariae (Virginis) voto. 1781.

Danach war das Kreuz im Jahre 1781 von den kinderlosen Eheleuten Tressel errichtet zu Ehren des bitteren Leidens Jesu. Verbunden damit war eine Stiftung zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes. Die Stiftung bestand in einer Messstiftung von 25 Thalern und 2 kleinen Grundstücken, die noch heute mit `Kreuzberg´ und `Kreuzgarten´ benannt werden. Im `Kreuzgarten´ stand die Büster-Kapelle, in der sich die o.g. Pieta befand als Stiftung der Gemahlin des Christoph Tressel, Maria Elisabetha."

Pater Markus hat diesem Text den Entwurf für die Restauration des Tresselkreuzes für das Jahr 1981 und ein Foto der kolorierten Pieta aus der Büster Kapelle beigefügt. Die Restauration des Tresselkreuzes ist nicht ausgeführt worden. Da die abgebildete Pieta nicht aus rotem Sandstein sondern aus Gips hergestellt ist, darf man annehmen, dass diese Figur aus der Büster Kapelle lediglich eine Nachbildung der Pieta des Tresselkreuzes ist.

Ich habe für die Irscher Chronik 2002 auf Seite 168 die Meinung des Pater Markus bezüglich des kinderlosen Ehepaares Tressel übernommen. Durch neue Erkenntnisse aus der Familiengeschichte des Ernst Thrasolt (Matthias Tressel aus Beurig) muss ich die daraus gefolgerten Gründe für die Errichtung des Tresselkreuzes korrigieren.

Ob der Anlass zur Errichtung des Kreuzes im Jahre 1781 in einem besonderen Ereignis im Leben des Schulmeisters und Küsters Christoph Tressel im vorausgegangen Jahr zu suchen ist, kann man nur vermuten. Am 25.06.1780 hatte Irsch hohen Besuch durch den erzbischöflichen Schulvisitator Pastor Canaris von Conz. Das abschließende Protokoll wurde zusätzlich unterzeichnet von Johann Backes, Ortspfarrer von Irsch; Christoph Tressel, Schulmeister und Küster in Irsch; Johann Hein, Bürgermeister der Bürgermeisterei Irsch-Beurig; Karl B. Flörchinger, Meier; Peter Hauser und Matthias Rommelfangen, Sendschöffen; Matthias Wagner und Nikolaus Loch, Deputierte;

Christoph Tressel befand sich demnach in erlauchter Gesellschaft. An diesem Tage wurde ihm zusätzlich zu seinem Schulmeister- und Küsterdienst die Aufgabe übertragen, "die Burschen zu Irsch im Choralgesang zu unterweisen".

Christoph Tressel war das sechste und jüngste Kind der Eheleute Melchior Tressel und Anna Katharina Reiter aus der Neugasse (heute Neustraße) in Trier. Melchior Tressel wurde 1696 in Sankt Gervasius Trier getauft und ist am 05.06.1766 in Trier gestorben.

Christoph Tressel wurde am 13.10.1731 geboren und am gleichen Tage in Sankt Gervasius getauft. Er studierte an der damaligen Universität in Trier und legte 1750 sein Examen als "Baccalaureus liberales artes" (Student der freien Künste) ab. Am 05.05.1757 heiratete er in Pellingen die kinderlose Witwe Anna Maria Blasius, geb. Berlings. Sein Schwiegervater Johann Berlings war in Pellingen Lehrer und Ackerer.

Wann Christoph Tressel von Pellingen nach Irsch übersiedelt ist, lässt sich nicht genau bestimmen. Pater Markus schreibt an einer Stelle, dass er etwa 50 Jahre lang in Irsch gewirkt habe. Da laut eines Fragebogens des Generalvikariates Trier (Seite 147 Chronik Irsch) sein Nachfolger Matthias Romey seit 15. Nivose IX (04.01.1800) Schullehrer in Irsch war, müsste Christoph Tressel um 1850 nach Irsch gekommen sein.

Christoph Tressel und seine Ehefrau Anna Maria hatten fünf Kinder. Nach den Familienbüchern der Pfarrei Beurig und der Pfarrei Irsch sind diese "um 1758 in Irsch" geboren. Nach zwei privaten Ahnentafeln aus dem Stamm der Tressel sind die Kinder in Pellingen geboren. Vielleicht ist Mutter Anna Maria zur Niederkunft in ihr Elternhaus gekehrt. Da die Daten in den privaten Stammtafeln sehr exakt aufgeführt sind, übernehme ich sie hier:

Die Kinder des Christoph Tressel und seiner Ehefrau:

  1. Tressel, Johann Georg Josef * 08.05.1756 in Pellingen, + 11.10.1810 in Irsch, oo vor 1790 Margarethe Wagner, * 1758 in Irsch, + 21.03.1811 in Irsch
  2. Tressel, Matthias, Ackerer, Synodale, Geometer, * 22.08.1759 in Pellingen, + 05.02.1826 in Beurig,
    oo um 1791 in Beurig Anna Elisabeth Reinert, + 1760 in Beurig, + 05.02.1836 in Pellingen
  3. Tressel, Nikolaus, * 23.06.1761 in Pellingen, + 22.12.1838 in Irsch, oo I. 1782 Magdalena Dawen,
    oo II. Margaretha Peters
  4. Tressel, Bernhard, * 08.02.1763 in Pellingen, + als Kleinkind
  5. Tressel, Anton,* 1765 in Pellingen, + 21.09.1835, er erbaute das "Schulhaus" (Vgl. Chronik, S. 145!),
    oo ca. 1817 Maria Britten.

Die Kinder von Matthias Tressel und Anna Elisaberth Reinert (Nr.2):

  1. Tressel, Michael, Ackerer, Winzer, Schneider, Lehrer in Baldringen, *1793 in Beurig, + 09.04.1851 in Beurig
    oo 17.02.1819 Anna Oberkirch aus Beurig
  2. Tressel, Johanna, * 1795/96, + in Beurig, oo 1817 Franz Schu
  3. Tressel, Johann, *17.06.1797 in Beurig, mit 3 Söhnen nach Illinois, USA ausgewandert, + 30.09.1871 in Galena St. Mary, oo 08.06.1822 Anna Maria Morgen
  4. Tressel, Anton, * in Beurig, + in Zewen, heiratete nach Brotdorf

Die Kinder von Michael Tressel und Anna Oberkirch (Nr.1):

  1. Tressel, Susanna, * 1819 in Beurig, + 1889 in Irsch
  2. Tressel, Michael, * 1823 in Beurig, Ackerer und Leineweber, + 1893 in Beurig
  3. Tressel, Nikolaus, * 25.08.1825 in Beurig, Ackerer und Winzer, + 17,03.1891 in Beurig
  4. Tressel, Johann, * 18.10.1827 in Beurig, Spinnweber, Ackerer, Winzer, + 24.07.1881 in Beurig,
    oo 24.02.1862 in Beurig Margaretha Wallrich
  5. Tressel, Peter, * 1830 in Beurig, + an der Ruhr 1857
  6. Tressel, Anni, * 1833 in Beurig, + an der Ruhr 1857
  7. Tressel, Johann Peter, * 1836 in Beurig, Ackerer, Winzer, Leinweber, + 1909 in Beurig, oo 1873 Katharina Baumann aus Beurig (*1846, +1921)

Die Kinder von Johann Peter Tressel und Katharina Baumann ( Nr. 7):

  1. Maria Margaretha, * 1873, + 1965, 1908 bis 1916 Haushälterin im Pfarrhaus in Haag bei ihrem Bruder Matthias, oo 1918 Peter Palm aus Irsch und leitet den elterlichen Betrieb, Adoptivkind Katharina
  2. Johann Josef, *1875, + 1877
  3. Matthias Josef, *1878 + 1945, Seit 1909 Dichternamen Ernst Thrasolt
  4. Maria Gertrud (1880 1966) blieb im Elternhaus
  5. Nikolaus Josef (1882 1915) war der Bauer im Elternhaus, ist in Russland gefallen.
  6. Maria Susanna (1884 bis 1975) wurde Lehrerin, heiratete 1919 den späteren Oberregierungsschulrat Josef Feiten (1888 1957)
  7. Johannes (1889 1915), promovierte am 05.06.1915 zum Dr. phil und ist am 27. September 1915 in Frankreich gefallen.

Der Schulmeister und Gründer des Irscher Kirchenchores ist der Ururgroßvater des Dichters Ernst Thrasolt aus Beurig.
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Aktualisiert am:
14. Dezember 2009

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