|

Der Dorfbrunnen
Trinkwasserquellen waren immer eine Grundvoraussetzung für menschliche Ansiedlungen. Der Irscher Dorfbrunnen ist dafür ein lebendiges Kulturdenkmal.
Das Saarburger Salbuch aus dem Jahre 1460 berichtet über die Vereidigung der Schöffen beim Hochgericht der Irscher Pflege:
`Am 27. Juli 1460, mittags 1 Uhr, erscheint der Kurfürst Johann an dem Schwey Born unter der Linde, Saarburg gegenüber. Auf der Schöffenbank sitzen die sieben Schöffen des Hochgerichts: Claes Schneider, Joh. Jeckel von Serrig, Peter von Irsch, Jakob von Ockfen, Theis Schaffricht von Beurig, Heiden Hans und Zenders Peter von Serrig. Der Hochgerichtsmeier Wirich von Irsch vereidigt sie im Namen des Kurfürsten.´
Diese Schöffenbank an dem Schwey-Born hat wahrscheinlich hier in der Nähe des Dorfbrunnens gestanden. Ein angrenzendes Grundstück heißt im Katasterauszug "In Schweizerbungert". 1373 wird es "schwey" bezeichnet. Ein Hausname in diesem Gebiet heißt bis heute "Schwetisch" (Brunnenhof). Eine alte Irscher Gehöferschaft hieß noch 1936 "Schweinshofen". Mit "sweiga" bezeichnete man im Althochdeutschen einen Viehhof Man darf also annehmen, dass hier während des Mittelalters ein kurfürstlicher Viehhof existierte, für den der Brunnen bereits Lebensgrundlage war.
Bis zum Bau der ersten Wasserleitung im Jahre 1901 war diese Brunnenanlage die zentrale Wasserstelle des Dorfes. Die 1987 im Rahmen der Dorferneuerung von dem Trierer Künstler Hans Karl Schmitt entworfenen Bronzetafeln verdeutlichen dies. Der Brunnen mit seiner Bank war dabei zugleich das Kommunikationszentrum des Ortes.
|