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Der Schunke Schäle Bua

Schunke Schäle Bua im Sommer 2006
Der Schunke-Schäle-Bua
hat seinen Namen aus einer Zeit, als die Wälder und Hecken um Irsch intensiv für die Lohegewinnung genutzt wurden. Eichenrinde, besonders die der jungen Eichentriebe, enthält 10-11% Reingerbstoff und eignet sich deshalb vorzüglich zum Gerben von Tierhäuten.

Bereits während der kurfürstlichen Zeit hatte die Ledererzeugung in unserer Heimat große Bedeutung. Sehr früh bestand in Saarburg schon eine Zunft der "Lauer", denn eine Urkunde aus dem Jahre 1569 belegt die Erneuerung der Lauerzunftordnung. Die untere Kaselmühle war eine Lohmühle. Der Name des "Schunke-Schäle-Bua" deutet darauf hin, dass unsere Vorfahren das Lohschälen bereits in kurfürstlichen Diensten kannten.

Bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden die Eichenlohwälder für die Ledererzeugung in den Saarburger Gerbereien genutzt. Irscher Lohschäler arbeiteten häufig auch für andere Waldbesitzer (z.B.: für die Gerberei Keller in der ehemaligen kurfürstlichen Kellnerei am Saarufer in Beurig). Die Lohe warf dabei nur einen kleinen Gewinn ab. Hauptverdienst war bei dieser Arbeit das Stangenholz, welches als wichtigstes Heizmaterial in dieser Zeit genutzt wurde.
Die fabrikmäßige Ledererzeugung ersetzte die Gerbsäure der Eichenlohe und machte so der Arbeit
der Lohschäler und der Gerbereien in unserer Heimat ein Ende.

Die Arbeiten zur Lohgewinnung begannen im Frühjahr, wenn der Saft voll in die jungen Eichen gestiegen war. Zunächst wurde die Rinde der Eichenstämmchen angeschnitten, aber nur dann, wenn man die jungen Eichen nicht direkt abholzte.  Diese Rindenstücke wurden auch als Schunken bezeichnet. Wenn man vom Stamm schälte, schlitzte man die Rinde von oben nach unten auf und löste sie mit dem Lohlöffel. Dazu brauchte es eine geschickte Hand, damit die Rinde an einem Stück blieb.  Das dünne Holz wurde zum Schälen an einen Platz getragen und dort mit einem Hammer solange geklopft, bis sich die Rinde vom Holz löste. Der Platz um den Schunke-Schäle-Bua war sicherlich so ein Platz. Hier wurden dann das entrindete Holz und die Rinde (Schunken) bis zum Abtransport gelagert. Noch heute ist unser Waldland von der Lohegewinnung gekennzeichnet. Der Eichenwald ist hier nicht besonders hochstämmig, da die Triebe aus einem Wurzelstock immer wieder abgeschnitten wurden und aus einem Wurzelstock nicht ein einzelner Stamm entwächst, sondern mehrere dünnere Triebe.
Das ganze Tal zwischen Irsch und Ockfen war ein solcher Eichenwald und wird noch heute "Wolfsheck" genannt. Beide (Eichenhecken und Wölfe) sind heute verschwunden.

Der heutige Schunke-Schäle-Bua wurde im Rahmen der Dorfverschönerung neu gefasst. Radfahrer und Wanderer machen hier gerne Rast, um sich zu erfrischen.
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Aktualisiert am:
27. Juni 2009

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Literatur

Links
-> Irsch in der Kulturdatenbank
-> Freilichtmuseum Roscheider Hof