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"Die
Haupt-B (Beobachtungs)-Stelle auf dem Irscher Scharfenberg" ist eine
Leseprobe aus dem Buch "Die letzte Reserve" von Erwin Frank
Erwin Frank geht in
seinem Buch "Die letzte Reserve" speziell den Spuren der 1. und 2.
Batterie der Heeres-Festungs-Artillerieabteilung 1309 nach. Die 1.
Batterie stand auf dem Wiltinger Berg und wurde befehligt
von Oberleutnant (zuletzt Hauptmann) Wilhelm Seegis und die 2. Batterie
operierte unter Oberleutnant Adolf Wehgartner vom Irscher Scharfenberg
aus. Die Resonanz dieses Buch war so gut, dass inzwischen eine 2.
Auflage, um neue Erkenntnisse ergänzt, herausgegeben worden ist.
Im Rahmen der vom
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge herausgebrachten
Reihe "Erzählen ist Erinnern" hat Erwin Frank in seinem erstmals
2003 erschienen Buch ". . . dann kommt der Krieg zu dir" die auf der
Gemarkung Wiltingen gefallenen deutschen und amerikanischen Soldaten,
die ums Leben gekommenen Zwangsarbeiter und die Wiltinger Ziviltoten
dokumentiert. Auch dieses Büchlein war so erfolgreich, dass
inzwischen eine 2. Auflage herausgegeben werden musste.
Beide Bücher sind zu erwerben bei
Erwin Frank
Scharzhofstraße 271
54459 Wiltingen
Tel. 06501 / 1 72 41
e-mail: Erwin.K.Frank(at)addcom.de
Preis: "... dann kommt der Krieg zu dir" 11,- Euro; "Die letzte
Reserve" 12,- Euro (Versand und Verpackung 1,25 Euro)
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Auf dem Kamm des Scharfenbergs, Höhe um 380 m NN, standen drei Artillerie-Beobachtungsstände ohne Panzer mit MG-Scharte (amtliche
Bezeichnung nach der Wehrmachtskarte). Uffz. Xaver Lerch sollte nach
seinem Zahnarztbesuch in Irsch den nördlichsten der drei Artilleriebeobachter,
WH B 1148, besetzen. Der aber war rundum mit Bäumen und
Gestrüpp zugewachsen und für den vorgesehenen Zweck
untauglich. Deshalb buddelte er sich sein eigenes Deckungsloch mit
freier Sicht nach Westen sowohl auf das tieferliegende Gelände um
die Saar (Höhe um 145 NN m) als auch auf den Saargau um Mannebach.
Die B-Stelle des Stabes lag etwas
südlicher, also entweder WH B 1137 oder WH B 1130. Die 3. Batterie
hatte ihre Stellungen südlich der Straße Irsch – Zerf
(B 407) und wird in der Literatur einmal im Zusammenhang mit der
Verteidigung um Serrig erwähnt ( CHRISTOFFEL, a. a. O., S. 435.).
In diesem Irrgarten von Bunker auf dem
Scharfenberg war auch der Befehlsstand des Abteilungskommandeurs Major
Perkhof. Exakt lässt sich dieser Bunker nicht mehr bestimmen, war
aber ganz in der Nähe der drei Beobachter und könnte entweder Bunker WH Mu 21 oder WH Mu 23/48 gewesen sein.
Zur Beobachtung standen nur optische
Geräte zur Verfügung. Die Ziele wurden über Koordinate
durchgegeben oder es wurden markante Punkte gesucht, wozu gerne
Kirchtürme ausgewählt wurden.
Als Peskoller von Wincheringen wieder zurück bei seiner Einheit in Ockfen war, besetzte er den Bunker WH 38 208 Aufm Kamm .
Zum Beobachten ein idealer Standort: etwas erhöht über dem
Flusslauf und der Saaruferstraße, südlich der Abzweigung
nach Ockfen mit guter Übersicht über das Saartal und die auf
der anderen Saarseite verlaufende damalige B 51 (heutige K 130
Saarburg/Niederleuken - Biebelhausen). Der Bunker war zwar kein
Beobachtungsbunker, sondern als 6-Schartenturm gehörte er zu den
besonders feuer-starken Verteidigungsanlagen. Scheinbar war er von
regulären Kampftruppen nicht besetzt, wie so viele andere Bunker
auch, sodass Peskoller diesen Bunker zur Beobachtung ausgesucht und
belegt hatte.
* Propagandaoffizier
Die offizielle Bezeichnung war "Nationalsozialistischer
Führungsoffizier" (NSFO). Er hatte als Träger der
"politischen Führungsaufgabe" zu gewährleisten, dass "auch
der schlechteste und ganz primitiv denkende Soldat" den Krieg als
seinen "ganz persönlichen Krieg" empfand (Informationsschrift des
Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden, Nr. 9, S.
13). |
Derweil ging der Vormarsch der Amerikaner
über den Saargau mehr als zügig voran. Xaver Lerch
beobachtete von der Haupt-B-Stelle den Aufmarsch der Amerikaner
über Teile des Saargaues mit ihrem erdrückenden
Kriegsmaterial. Panzer an Panzer, Geschütz und schwere LKWs bis es
dunkel wurde und am nächsten Morgen ging das so weiter. Lerch
sagte zu seinen Kameraden: "Macht die Brotbeutel fertig, die da halten
wir nicht mehr auf." Lächerlich die eigene bescheidene
Ausstattung. Anstelle ausreichenden Kriegsmaterials hatten die
einzelnen Truppenteile, so auch die HFAA 1309, einen
Propagandaoffizier* und jede Woche war staatspolitische Schulung. Was
den Landsern an Feuerkraft fehlte versuchte man mit markigen
Propagandaphrasen und leeren Versprechungen auszugleichen: Ausharren
– wir werden siegen – kriegsentscheidende Waffen kommen.
Als das 376. US-Infanterieregiment Ayl erreichte, bereitete es den Übergang über die Saar vor.
Erschwert wurde das Übersetzen durch
Hochwasser und dadurch, dass auf der gegenüberliegenden Flussseite
die Hauptbefestigungs-anlagen der Siegfriedline lagen (
BYRNES, a. a. O., S. 340.). Für diese Operation wurden zwei
US-Bataillone Seite an Seite eingesetzt. Das 3. Btl. von Oberstleutnant
Thurston sollte bei Schoden etwa gegenüber dem Bismarckturm übersetzen und das 1. Btl. unter Oberstleutnant Miner hatte als Auftrag bei der Lambertskehre die Saar zu überqueren und die Höhe südlich von Ockfen (Distrikt Aufm Kamm)
einzunehmen. Der für den am 22.02. morgens um 4.00 Uhr geplante
Angriff wurde einige Stunden später abgesagt, als die notwendigen
Boote bis zum Tagesanbruch noch immer nicht angekommen waren und sich
der Nebel wieder gelichtet hatte.
Als dann am Nachmittag desselben Tages die
Boote ankamen bereitete man sich auf die Flussüberquerung vor. Von
der Haupt-B-Stelle Scharfenberg beobachte Uffz. Lerch den völlig ungetarnten Aufmarsch und das Heranschaffen von Booten durch das 1. US-Bataillon an der Lambertskehre .
Wegen Munitionsmangel wurden der 2. Batterie aber nur zehn Schuss
bewilligt. So konnte die amerikanische Vorbereitung weitestgehend
ungestört weitergehen. Byrnes schreibt ( BYRNES, a. a. O., S. 342.
):
"Als die vordersten Kompanien von jedem
Bataillon zum Fluss vorrückten, schickte der Feind etwas
Störungs-feuer von Kanonen und Mörsern und ein Streufeuer mit
automatischen Waffen herüber."
Danach wurde gg. 16.30/17.00 Uhr das Saartal
durch die US-Angreifer vernebelt. Die Deutschen hatten damit jedes Ziel
verloren und schossen nur noch auf Verdacht. Dabei wurden jedoch mehr
und mehr Nebelgeneratoren beschädigt und gaben ihren Geist auf.
Ein leichter Wind der durch das Flusstal wehte vertrieb den
künstlichen Nebel und die Deutschen hatten wieder
uneingeschränkte Sicht.
Ein in Kriegsgefangenschaft geratener
deutscher Offizier berichtete später in seiner Vernehmung (
BYRNES, a. a. O., S. 300. ):
"Bei Ayl waren die Verteidiger (Deutsche)
verblüfft, dass das 376. US-Infanterieregiment am hellen
Nachmittag über die offenen Wiesen vorstieß und ihre Boote
zu Wasser ließ und sich dabei sehr schwerem Artillerie- und
Granatwerferfeuer von den Bergen und Maschinengewehrfeuer aus den
Bunkern am Fuße der Berge aussetzte. Es war außer jedem
Zweifel, dass hier eine Flussüberquerung nur bei Dunkelheit
gelingen würde."
Der sich anschließende Versuch die
Saar zu überqueren scheiterte im Kugelhagel und starken
Artilleriefeuer der Verteidiger sowohl in Ockfen als auch in Schoden.
Um ein noch größeres Blutbad zu verhindern wird der Angriff
abgebrochen.
An diesem Scheitern des ersten gegnerischen
Angriffs hatte Wachtmeister Peskoller maßgeblichen Anteil. Uffz.
Lerch hörte am gleichen Abend ein Telefongespräch mit, in dem
ein höherer Artillerieoffizier ( Das könnte Oberst Babinger,
Artilleriekommandeur des LXXXII. Armeekorps, zu dem die HFAA 1309
gehörte, gewesen sein. ) dem Wachtmeister Peskoller das
Ritterkreuz verlieh. In Anbetracht der sich überschlagenden
Ereignisse wurde das Ritterkreuz nicht mehr persönlich an
Wachtmeister Peskoller ausgehändigt und er hat es auch nie tragen
können.
Um 21.30 Uhr trafen neue Boote ein und als
sich wieder natürlicher Nebel im Flusstal gebildet hatte, wurde
nur wenige Stunden später, um 23.00 Uhr, ein neuer Angriff in
Schoden und in Ockfen durchgeführt. Das 1. US-Bataillon an der Lambertskehre
wird auch bei dieser nächtlichen Flussüberquerung bemerkt und
durch hin- und herkreuzendes Maschinengewehrfeuer empfangen. Wegen des
wieder aufgetretenen Nebels war ein gezieltes Schießen nicht
möglich. Die deutschen Verteidiger setzten alsbald ein
Trommelfeuer der Artillerie ein. Bei diesem Trommelfeuer und schwerem
Maschinengewehrfeuer wurde der Kommandeur des 376. US-Inf.-Regiments
Oberst McClune schwer verwundet und durch Oberstleutnant Anderson
abgelöst (BYRNES, a. a. O., S. 344).
Bei diesem 2. Angriff in der Nacht vom 22.
auf den 23.02. war den Amerikanern die Bildung eines Brückenkopfes
sowohl bei Schoden gegenüber dem Bismarckturm als auch bei Ockfen gegenüber der Lambertskehre
doch noch gelungen. Gegen 0.30 Uhr, es war Freitag, der 23.02., rief
Wachtmeister Peskoller bei der Haupt-B-Stelle an: "Feind hat über
die Saar gesetzt" (LERCH, a. a. O., Zeitzeugenaussage).
Auf deutscher Seite war die 2. Batterie der
HFAA 1309 wegen Munitionsmangel nur eingeschränkt feuerbereit. Man
beklagte zudem, dass weder Pak noch Flak zur Verfügung stand. Die
Volkssturmmänner, die die regulären Truppen unterstützen
sollten, gingen bei der erstbesten Gelegenheit stiften. Mehrere
deutsche Bunker wurden ausgeschaltet, allerdings wurde der Bunker des
Wachtmeisters Peskoller von ihm gehalten.
Erst als der Bunker des
Artilleriebeobachters Peskoller angegriffen wurde und die Besatzung zum
Schutz die Türen verschloss, gab die 2. Batterie der HFAA 1309
ihrem VB Feuerschutz und die Amerikaner zogen sich wieder zurück.
Gegen Mittag des 23.02. wurden US-Soldaten auf dem Plateau, etwa In der Wolfsheck,
südlich von Ockfen beobachtet. Uffz. Lerch sollte einen
Feuerüberfall mit zehn Schuss Munition und einen deutschen
Gegenangriff mit acht Infanteristen vorbereiten. Der bereits
erwähnte Propagandaoffizier sollte den Angriff leiten. Der aber
kauerte in der Ecke eines Bunkers und traute sich nicht hinaus. Als ihn
Uffz. Lerch einen Feigling nannte, nahm er das kommentarlos zur
Kenntnis. Der Angriff verlief im Sande.
An diesem Abend stand Uffz. Lerch auf seinem
Beobachterposten, als unten im Tal in Ockfen ein Mutiger die
Abendglocke läutete. Lerch schreibt in seinem Tagebuch: "Ich stand
da und dachte über die Sinnlosigkeit des Krieges nach. Noch nie
hat mich ein Glockengeläut so ergriffen wie dieses."
Das 3. Bataillon des 376. US-Infanterieregiments, das bei Schoden die Saar überquert hatte, besetzte noch in der Nacht den Irminerwald in Schoden und die nördliche Höhe über Ockfen (Herrenberg) . Ein Teil des 3. Btl. stieß im Laufe des Tages (23.02.) im Gänsemarsch über den Weinbergen im Herrenberg in östlicher Richtung ( Bocksteinfels )
vor. Dabei wurde auch der Bunker WH 273/74 über den Weinbergen
eingenommen, in den sich der 17-jährige Volks-sturmmann Wilhelm
Kind aus Saarburg-Beurig mit seinen Wiltinger Kameraden Franz Burg und
Alois Kramp unter Granatwerfer-beschuss der Amerikaner
zurückgezogen hatten. Etwa ein Dutzend weitere Männer, etwa
zur Hälfte Wehrmachtsangehörige und Volkssturmmänner,
hielten sich dort auf. Die Amerikaner griffen den Bunker mit
Maschinengewehrfeuer an. Wilhelm Kind und seine Wiltinger Kameraden
robbten sich aus dem Bunker und kamen schließlich in
Steinbachweier an, während die übrigen aus dem Bunker in
Gefangenschaft gingen (KIND Wilhelm, Dipl.-Ing., Bamberg, s. Zt.
Saarburg-Beurig, Zeitzeugenaussage im Jahre 2007).
Nach Einnahme des Bunkers stiegen die Amerikaner von der Höhe ins Ockfenerbachtal hinab und erreichten am Abend den Fuß des Scharfenberges. Wörtlich heißt es bei Byrnes (BYRNES, a. a. O., S. 348.):
"Am frühen Abend durchquerten
Oberstleutnant Thurstons Männer das Tal und erstiegen im Mondlicht
den Scharfenberg, das Eroberungsziel für das Regiment. Die
Höhe dieses zweiten Berges war bekannt als ein Labyrinth
feindlicher Bunker. Deshalb richtete der Bataillonskommandant für
die Nacht auf der nördlichen Nase des Höhenzuges umfangreiche
Maßnahmen zur Verteidigung ein."
Als Uffz. Xaver Lerch an diesem Abend bei
immer wieder hinter ihm einschlagenden feindlichen Granaten zu seinem
Erdloch auf Wache ging, hörte er unterhalb im Hang des Scharfenberges
Geräusche, als wenn jemand am Schanzen (Deckungslöcher graben
usw.) sei. Es waren die Leute des 3. US-Btl., was natürlich von
den Deutschen niemand wusste. Uffz. Lerch meldete dies dem kurze Zeit
vorher auf der B-Stelle eingetroffenen Batterieführer Oberleutnant
Wehgartner. Dieser gab die Meldung weiter an den stellvertretenden
Abteilungskommandeur (der Abteilungskommandeur Major Perkhof war tags vorher verwundet worden – Anm. d. Verf.)
der anordnete, sofort einen Spähtrupp einzusetzen. Oberleutnant
Wehgartner wollte selbst diesen Spähtrupp führen und suchte
einen Freiwilligen. Uffz. Lerch meldete sich, obwohl er geschworen
hatte, sich niemals mehr freiwillig zu melden. Aber er glaubte in
irgendeiner Weise moralisch verpflichtet zu sein, weil er Stunden
vorher den NSFO-Propagandaoffizier einen Feigling genannt hatte.
Mangels Maschinenpistolen steckte sich jeder vier Handgranaten ins
Koppel auf dessen Schloss immerhin noch stand "Gott mit uns".
Also gingen Oberleutnant Wehgartner und
Uffz. Lerch auf die unbekannten Geräuschen zu. Langsam und gedeckt
durch die Nacht und die Eichenstockausschläge kam der
Spähtrupp bis auf vier bis sechs Meter an die Nachtarbeiter heran.
Auf den Anruf des Batterieführers: "Halt, wer da –
Kennwort?" keine Antwort. Die Gegenüber sind total überrascht
und lassen das Schanzzeug fallen – man hörte das.
Totenstille, kein Wort. Dann noch einmal der Anruf und wieder keine
Antwort. Die Nerven sind bis zum Äußersten gespannt. Uffz.
Lerch ruft: "Wenn ihr keine Antwort gebt, dann schießen wir."
Jetzt kommt eine Antwort, aber nicht in deutsch. Also war es der Feind.
Dann ging alles sehr schnell. Ohne ein Wort zu sagen warf jeder seine
Handgranaten ohne zu wissen, ob sich der Gegner nicht auch ergeben
hätte. Aber in diesen Momenten, wo Leben und Tod auf dem Spiele
steht, denkt keiner rational, sondern der natürliche
Selbsterhaltungstrieb löst nur noch Reflexreaktionen aus die das
Handeln bestimmen. Den Überraschungsmoment des Gegners wollte der
deutsche Spähtrupp zu seinen Gunsten ausnutzen um schnell wieder
in die schützenden Bunker und Deckungslöcher zu kommen. Im
Laufschritt den Berg hinauf, hing ihnen die Zunge förmlich aus dem
Mund und durch die vorhergegangene Aufregung schlug das Herz zum Halse
heraus. Gegen den hellen Horizont sieht Uffz. Lerch den
Nachrichten-staffelführer Uffz. Fritz (vermutlich Kasper oder Casper )
mit dem Gewehr in Anschlag gehen. Lerch will noch rufen, das Wort
bleibt ihm in der Kehle stecken, zwei Schüsse fallen und der
Batterieführer Oberleutnant Adolf Wehgartner fällt
tödlich getroffen vor die Füße von Uffz. Lerch. Der,
selbst am Arm getroffen, denkt in dieser Schrecksekunde an das Lied
"Ich hat einen Kameraden . . ." Alles dreht sich, Lerch stolpert in
sein Deckungsloch und Uffz. Fritz Kasper stotterte
immerfort: "Was hab ich getan, was hab ich getan." Wie er sagt, hat er
den zurückkehrenden Spähtrupp nicht erkannt sondern zweimal
angerufen. Die aber hörten infolge ihrer Aufregung und des
Heraufsprintens auf den Berg diese Anrufe nicht und gaben deshalb auch
keine Antwort. Daraufhin nahm der Unglücksschütze an, es
seien Feinde die ihren Bunker im Sturm erobern wollten und schoss.
Uffz. Lerch bezeichnet seinen gefallenen
Batterieführer als einen korrekten Offizier vom Scheitel bis zur
Sohle. Er habe bei allen in der Batterie größtes Ansehen
gehabt und sein tragischer Tod hätte alle sehr geschockt. Fritz Kasper hat dann selbst den stellvertretenden Abteilungskommandeur angerufen und Bericht erstattet.
Als Ranghöchster bat Uffz. Lerch den
Kommandeursstellvertreter den Bunker räumen zu dürfen. Die
Antwort: "Der Bunker muss gehalten werden." Daraufhin wurde um
Verstärkung gebeten, denn die wenigen Mann und ein nervlich
zusammengebrochener Unteroffizier konnten den Bunker nicht halten. Nach
einer halben Stunde traf vom Stab ein Unteroffizier mit zwei Mann ein
und hatten wenigstens eine Maschinenpistole dabei. Kaum standen sie auf
Wache, versuchten die Angreifer den Bunker, in dem auch noch Uffz.
Xaver Lerch war, zu stürmen. Der Angriff wurde abgewehrt. Eine
halbe Stunde vorher, so Xaver Lerch, als der Ersatz vom Stab noch nicht
eingetroffen war, hätten die Amerikaner den Bunker mühelos
einnehmen können.
Nur vereinzelt fielen Bunker in die Hand der Gegner. Bei einem der Angriffe fiel Uffz. Fritz Kasper
am 25.02. an der gleichen Stelle, von wo aus er den tragischen Schuss
auf seinen Batterieführer Oberleutnant Adolf Wehgartner abgegeben
hatte. Einen Tag lang waren sie mit einigen Offizieren der Infanterie
eingeschlossen und belagert. Die Mannschaft war für eine Aufgabe,
die Offiziere wollten einen gewaltsamen Ausbruch machen. Dann habe
deutsche Infanterie den Bunker wieder freigekämpft ( Aussage des
Zeitzeugen Walter Gröger nach dem Kriege gegenüber Xaver
Lerch. Walter Gröger war als Beobachter auf der Haupt-B-Stelle Scharfenberg .).
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** Me 109
Die Me 109 war ein einsitziger Jäger (auch Jagdbomber) und das
wichtigste deutsche Jagdflugzeug des 2. Weltkrieges. Bezeichnung:
"Messerschmitt Bf 109".
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Die Männer des 3. US-Btl., die sich am Abend des 23.02. unterhalb des Scharfenberges
festgesetzt hatten wurden am nächsten Tage von ihrer Truppe
abgeschnitten und standen unter schwerem Artillerie- und
Granatwerferfeuer der 2. Batterie mit ihren 12,2-cm-schweren
Feldhaubitzen. Eine dieser Granaten wurde noch 2005 als
Blindgänger gefunden ( ZIMMER, a. a. O., mündliche Auskunft
über Fundgegenstände. ). Die amerikanische Versorgungseinheit
konnte keinen Nachschub mehr liefern. Deshalb wurden
Artilleriebeobachtungsflugzeuge eingesetzt. Sie warfen Essen, Munition
und Verbandsmaterial ab. Die Deutschen setzten Maschinengewehrfeuer
gegen die Flugzeuge ein und einmal erschienen zwei deutsche
Jagdflugzeuge, Me 109**,die nach einer Darstellung von Byrnes keinen
Erfolg hatten ( BYRNES, a. a. O., S. 349 ff. ). Erst am 26.02. wurden
die so stark von den Deutschen bedrängten Männer des 3.
US-Btl. endgültig entsetzt.
Der verbissene Kampf um die Bunker auf dem Scharfenberg dauerte fünf volle Tage.
Derweil war Xaver Lerch seit dem 24.02. auf
dem Wege zum Hauptverbandsplatz in Waldweiler, der von Saarburg-Beurig
auf den Hochwald verlegt worden war. Den verwundeten Arm hatte man mit
zwei Brettchen von einer Notverpflegungskiste geschient. Wie wurde
Lerch um seinen Heimatschuss beneidet. Wie gerne hätte jeder einen
nicht lebensgefährlichen Schuss hingenommen, um aus diesem
Schlamassel herauszukommen. Auf dem Wege zum Haupt-verbandsplatz
schlossen sich ihm zwei Landser an. Alle drei wurden von der
Feldgendarmerie festgehalten. Die aber hatten ein Stelldichein zu einer
Tasse Kaffee bzw. was man Kaffee nannte, mit zwei Mädchen aus Baldringen oder Hentern. Da sich die Feldgendarmen die Gelegenheit zu einer Tasse Kaffee
nicht entgehen lassen wollten, nahmen sie die Arretierten mit, die auch
noch etwas davon mitbekamen. Danach durfte Uffz. Lerch als Verwundeter
weiter in Richtung Hauptverbandsplatz, während seine beiden
Begleiter, die dem Krieg offensichtlich aus dem Wege gehen wollten,
wieder an die Front zurück mussten. Sie fanden
glücklicherweise in den beiden Feldgendarmen verständnisvolle
"Richter", sonst hätte sie Schlimmes erwartet.
Am Abend erreichte Uffz. Lerch den
Hauptverbandsplatz in Waldweiler. Im Lazarett in St. Wendel traf er
seinen Abteilungs-kommandeur Major Perkhof, auf einer Pritsche liegend,
der am 22.02. verwundet worden war.
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